Aflatoxine: Krebserregende Schimmelpilzgifte in Lebensmitteln

Aflatoxine (AFL)

Was sind Aflatoxine?

Aflatoxine (AFL) gehören zu den gefährlichsten und am weitesten verbreiteten Mykotoxinen. Sie werden hauptsächlich von den Schimmelpilzen Aspergillus flavus und Aspergillus parasiticus produziert und kommen vor allem in warmen, feuchten Klimazonen vor.

Chemisch betrachtet handelt es sich bei Aflatoxinen um Cumarin-Derivate mit einer Difuran-Struktur. Es gibt mehrere Haupttypen: Aflatoxin B1, B2, G1 und G2, wobei Aflatoxin B1 das potenteste natürlich vorkommende Karzinogen ist, das bisher identifiziert wurde.


Wo kommen Aflatoxine vor?

Aflatoxine können in verschiedenen Lebensmitteln nachgewiesen werden, insbesondere in:

  • Nüssen (Erdnüsse, Pistazien, Haselnüsse, Mandeln)
  • Trockenfrüchten (Feigen, Rosinen, Datteln)
  • Gewürzen (Chili, Pfeffer, Muskatnuss)
  • Getreide (Mais, Reis, Weizen)
  • Ölsaaten (Baumwollsamen, Sonnenblumenkerne)
  • Kakao und Kaffee

Besonders problematisch ist die Kontamination bei unsachgemäßer Lagerung unter warmen und feuchten Bedingungen. Auch in Deutschland können Aflatoxine aufgrund des Klimawandels zunehmend in importierten und gelagerten Produkten auftreten.


Gesundheitsrisiken durch Aflatoxine

Aflatoxine sind hochgradig gesundheitsschädlich und können sowohl akute als auch chronische Vergiftungen verursachen:

Akute Toxizität

  • Leberschädigung (Hepatotoxizität)
  • Immunsuppression
  • Akute Vergiftungen können tödlich sein (Aflatoxikose)

Chronische Toxizität

  • Leberzellkrebs (Hepatozelluläres Karzinom)
  • Wachstumsverzögerungen bei Kindern
  • Beeinträchtigung des Immunsystems
  • Mögliche mutagene und teratogene Effekte

Die International Agency for Research on Cancer (IARC) stuft Aflatoxin B1 als Gruppe 1 Karzinogen ein – eine Substanz, die nachweislich beim Menschen Krebs verursacht.